Zahlenverarbeitung

Keine Zahl ohne Zeichen : der Einfluss der medialen Eigenschaften der DGS-Zahlzeichen auf deren mentale Verarbeitung

von Dr. Wiebke Iversen

Inhalt

In der Dissertation wird untersucht, inwiefern sich die medialen Eigenschaften von Zahlensystemen auf deren mentale Verarbeitung auswirken. Diese Frage ist insbesondere im Hinblick auf die Zahlenverarbeitung in Deutscher Gebärdensprache (DGS) interessant, da sich die DGS-Zahlenzeichen sowohl in Bezug auf die visuell-räumliche Modalität als auch in dem zugrundeliegenden Zahlensystem von den arabischen Zahlen und von den Zahlen der deutschen Lautsprache unterscheiden. Wie in der Arbeit deutlich wird, handelt es sich bei dem DGS-Zahlensystem um ein dekadenbasiertes System mit einer Sub-Basis-5. Das zentrale Ergebnis der Arbeit ist, dass deutsche Gehörlose Unterschiede in der Prozessierung von reinen dekadenbasierten arabischen Zahlen und DGS-Zahlen mit der Sub-basis-5 Struktur zeigen. Dies gilt bereits für sehr einfache numerische Operationen, wie Größenvergleiche und gerade/ungerade Entscheidungen und ist ein deutlicher Hinweis auf eine formatspezifische Zahlenverarbeitung. Es wird angenommen, dass die Berücksichtigung der Ergebnisse der Arbeit in der Entwicklung von methodisch-didaktischen Konzepten für den Mathematikunterricht dazu beitragen kann, die Leistungen der gehörlosen Schüler in arithmetischen Fertigkeitsbereich im Mittel deutlich zu verbessern.

Dauer

Die Forschungsarbeit entstand im Rahmen einer Dissertationsarbeit und wurde 2008 abgeschlossen.

Veröffentlichungen

  • Adam, M., Iversen, W., Willkinson, E., Morford, J. (2007). Meaning on the one and on the other hand. Iconicity in native vs. foreign signed languages. In: E. Tabakowska, C. Ljungberg & O. Fischer (Eds.): Insistent Images. Amsterdam, 211-227.
  • Becker, C., Brücher, A., Iversen, W.,  Karrasch, A. , Kaul, T. & Louis-Nouvertné, U. (2002): Ausbildung zum Gebärdensprachdozenten in Nordrhein-Westfalen. Das Zeichen, 60, 304-313.
  • Iversen, W. (2004). 2 + zwei = ? Sprachspezifische Einflüsse auf die mentale Zahlenverarbeitung. TRANS 15. Internet-Zeitschrift für Kulturwissenschaften.
  • Iversen, W. (2007). Einleitung des Kapitels „Ausnahmestandards“. In: C. Bartz & M. Krause (Hrsg.): Spektakel der Normalisierung, Köln.
  • Iversen, W. (2007). Gebärdenspracherwerb. In: Hans C. Nuerk, L. Kaufmann, K. Willmes (Hrsg.): Kognitive Entwicklungsneuropsychologie. Göttingen, 137-152.
  • Iversen, W. (2009). Keine Zahl ohne Zeichen. Der Einfluss der medialen Eigenschaften der DGS-Zahlzeichen auf deren mentale Verarbeitung. Dissertationsschrift der RWTH-Aachen.
  • Iversen, W., Nuerk, H.-C. & Willmes, K. (2004). Do signers think differently? The processing of number parity in deaf participants. Cortex, 40/1, 176-178.
  • Iversen, W., Nuerk, H.-C., Jäger, L. & Willmes, K. (2006). The influence of an external symbol system on number parity representation, or what’s odd about 6? Psychonomic Bulletin & Review 13(4), 730–736.
  • Iversen, W., Jäger, L. & Willmes, K. (invited) Number sense and number signs. In: S. Wilcox & T. Janzen (Eds.): Sign Language and Cognition. Benjamins.
  • Morford, J., Adam, M., Iversen, W., Wilkinson, E. & Waters, E. (submitted). Iconicity is in the eye of the beholder: How language experience affects perceived iconicity. Cognitive Linguistics.
  • Nuerk, H.-C., Iversen, W. & Willmes, K. (2004). Notational modulation of the SNARC and the MARC (linguistic markedness of response codes) Effect. The Quarterly Journal of Experimental Psychology A 57/5, 835-863.
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